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Emanuel Wyler (2011 von Zürich nach Berlin gezogen, forscht am Max-Delbrück-Centrum, hängt manchmal in der SPD rum) bloggt hier privat und seine eigene Meinung.

17 Responses to “Über diesen Blog”


  1. […] working groups at the Charité Berlin, the FU Berlin and the Max Delbrück Center in Berlin. On his Blog , and Wyler regularly shares his assessments on Twitter and Facebook. A comparison group with […]

  2. Anonymous Says:

    Sehr geehrter Herr Dr. Wyler, ich hätte eine Frage zur Behandlung mit Paxlovid. Wird durch die Einnahme bei bereits symptomatischen Patienten auch die Produktion von Antikörpern in einem Außmaß gehemmt, dass man davon ausgehen kann, dass diese keinen ausreichenden Schutz vor künftigen Infektionen aufbauen werden?
    Vielen Dank und liebe Grüße!

    • emanuelwyler Says:

      Das ist eine interessante Überlegung, und genau beantworten kann ich das nicht; ich nehme an dass es bald auch mal Daten dazu geben könnte wie sehr nach Paxlovid-Behandlung Antikörper dazukommen bzw. neu gebildet werden. Aber einige Überlegungen:
      – Die Symptome beginnen so 2-6 Tage nach Ansteckung, und dann ist die Menge Virus schon bald auf dem Höhepunkt, siehe dazu https://www.bmj.com/content/bmj/371/bmj.m3862/F2.large.jpg . Das bedeutet, wenn man Paxlovid bei Beginn der Symptome gibt, ist schon sehr viel Virus da. Die Menge Virus zu diesem Zeitpunkt regt das Immunsystem da auch schon stark an.
      – Bei der Infektion nach Impfung/Genesung wird das Immungedächtnis (falls vorhanden) ungefähr zum Zeitpunkt des Anfangs der Symptome reaktiviert (https://emanuelwyler.wordpress.com/2021/08/18/coronainfo-funfter-teil/#0128), und beginnt dann Antikörper zu produzieren und das Immungedächtnis zu erneuern.
      – Trotzdem ist es wohl so, dass Paxlovid schlussendlich zu weniger Antikörpern führen würde – aber genau bei den Menschen, die Paxlovid am meisten brauchen. Denn bei schwereren COVID-19-Verläufen gibt es auch mehr Antikörpern (was den Menschen dann aber nicht hilft, da das entgleiste Immunsystem bzw. die übermäßige Entzündung sie so krank macht), was wohl auch damit zusammenhängt, dass das Virus nicht so schnell abgeräumt wird; was wiederum mit dem Schweregrad der Krankheit zusammenhängt.

      Schlussendlich ist meine Annahme daher: bei Menschen, die ohne Paxlovid einen mild-moderaten COVID-19-Verlauf hätten, reduziert Paxlovid die Menge Antikörper schon, aber nicht sehr krank. Trotzdem werden sie weniger krank. Bei Menschen, die ohne Paxlovid einen schweren Krankheitsverlauf hätten (d.h. Intensivstation), reduziert Paxlovid die Menge Antikörper deutlicher, aber verhindert daher die sehr schwere Krankheit.

  3. Henriette Says:

    Sehr geehrter Herr Wyler, schützt die Zweifach-Impfung schlechter, weil sie bei den meisten schon zu weit zurückliegt oder weil die Immunantwort durch den Booster komplexer wird?
    Kann durch die Impfung auch signifikant das Risiko für thrombotische Ereignisse bzw. Schäden am Endothel im Rahmen einer Covid-Infektion gesenkt werden, wenn ja, durch welchen Mechanismus? Vielen Dank und liebe Grüße.

    • emanuelwyler Says:

      Zur ersten Frage: mittlerweile ist ziemlich klar dass es Zweiteres ist, also eine bessere, „gereiftere“ Immunantwort, siehe dazu https://www.nature.com/articles/s41591-021-01676-0 und https://emanuelwyler.wordpress.com/2021/08/18/coronainfo-funfter-teil/#0112

      Die zweite Frage ist natürlich komplexer. Direkte Messungen dazu sind nicht einfach, da beim Menschen solche Schäden eigentlich nur in Autopsien, d.h. von Proben von Verstorbenen, untersucht werden können. Von Ungeimpften bzw. vor der Impfung Verstorbenen gibt es zahlreiche solche Untersuchungen, aber (bisher) kaum was von Menschen, bei denen die Impfung nachweislich wirksam war, die aber trotzdem verstorben sind. Dazu ist zu sagen: gerade bei älteren Menschen wirkt die Impfung manchmal kaum bis gar nicht, und diese sind natürlich besonders gefährdet. Wenn jetzt eine solche geimpfte Person verstirbt, müsste also erst noch geprüft werden, ob die Impfung gar nicht wirksam war – bzw. wenn keine Antikörper/T-Zellen vorhanden sind. Es kann schon sein, dass solche Studien noch erscheinen werden, aber bislang ist mir dazu nichts bekannt. Daher ist es für den Moment aufschlussreicher, sich zu überlegen, wie die Mechanismen von Endothel-Schäden durch die Impfung beeinflusst werden könnten. Die Hauptthesen sind einerseits direkte Infektion von Endothelzellen, andererseits Schädigung durch eine starke allgemeine Entzündungsreaktion. Die erste Hypothese ist m.E deutlich schwächer (siehe auch https://emanuelwyler.wordpress.com/2021/08/18/coronainfo-funfter-teil/#1029); trotzdem, wenn es so wäre: dann würden die im Blut zirkulierenden Antikörper von Geimpften das Virus abfangen, bevor es irgendwas infizieren kann; die Impfung wäre also sehr wirksam. Die zweite Hypothese ist schwieriger in Verbindung mit der Impfung zu denken, weil die Mechanismen komplexer sind. Wir haben das in Hamstern untersucht (https://www.nature.com/articles/s41467-021-25030-7), und schauen das jetzt auch in geimpften Hamstern an (noch nicht publiziert) – aus diesen Resultaten sieht es m.E. so aus dass die entzündungsfördernden Mechanismen, die von bestimmten Immunzellen ausgehen (Macrophagen, Neutrophile) durch Antikörper gegen das Virus gebremst werden können. Etwas schwieriger sind die Mechanismen, die auf Störungen im Interferon-System beruhen; siehe dazu https://www.nature.com/articles/s41590-021-01122-w Figure 1 – dort wird aber auch immer davon ausgegangen, dass das mit länger andauernder Infektion, d.h. Verweildauer des Virus im Körper einhergeht, und die Impfung hat ja genau den Effekt dass das Virus schneller verschwindet, obwohl die Infektion genauso stattfinden kann und zu Beginn ähnlich viel Virus da ist (https://www.thelancet.com/journals/laninf/article/PIIS1473-3099(21)00648-4/fulltext).
      Insgesamt kann man also schon erwarten, dass Endothelschäden durch die Impfung deutlich verringert werden; was ja auch mit der reduzierten Hospitalisierungs-/Sterberate nach Impfung übereinstimmt.

      • Henriette Says:

        Herzlichen Dank für die ausführliche Erklärung! Toller, informativer Blog, ebenso alle Ihre Statements in div. Medien!!

  4. Ute Hopp Says:

    Hallo Herr Wyler,
    sehr gut gemachter Blog. Super erklärt.
    Dürfte ich zwei Fragen stellen?
    1. Die Antigenerbsünde führt zu einer Prägung des Immunsystem und begrenzt eine spezifische Immunantwort auf neue Varianten. Do habe ich es als Laie verstanden. Gibt es noch weitere negative Effekte? Ich mache mir etwas Sorgen, da ich trotz ausgezeichnet hohen Antikörperspiegel (9300 Bau/ml) nach drei Impfungen einem 90zig Jährigen eine 4 Impfung nach 5 Mon. empfohlen habe.
    2. Haben Geboosterte bei einer Deltainfektion von zeitweise oder periodisch auftretenden Geruchsveränderungen berichtet? Ohne Beeinträchtigung des Geschmackssinnes?

    Herzlichen Gruß Ute Hopp

    • emanuelwyler Says:

      Danke! –

      Zu 1.: Ja genau, es gibt diese Prägung, die zum Zug kommen würde, wenn sich jemand mit Omikron anstecken würde: dann gäbe es ohne Impfung vorher wohl etwas mehr Omikron-spezifische Antikörper. Trotzdem ist gerade bei 90jährigen nach wie vor vor allem wichtig, dass sie sich gar nicht erst anstecken, und dafür braucht es, so die gegenwärtige Auffassung, genügend Antikörper in den Schleimhäuten in Nase/Hals. Diese werden durch die Impfung geboostert, verschwinden aber nach einigen Monaten; daher steckt man sich dann auch wieder an. Insofern ist die 4. Impfung schon die richtige Richtung; ob sie bei 9300 Bau/ml einen Unterschied macht, ist eine andere Frage. Zu den negativen Effekten – rein immunologisch würde ich sagen, nein. Natürlich gibt es allerlei Nebenwirkungen, aber gerade bei älteren Menschen hat man auch „das übliche“ wie Fieber, Müdigkeit usw. viel seltener gesehen; auch die Herzmuskelentzündungen u.a. ist bei älteren Menschen grundsätzlich seltener, auch wenn es im Einzelfall immer anders sein kann. Bei 3 ohne weiteres überstandenen Impfungen kann aber davon ausgehen, dass die 4. nichts mehr neues bringt. Insgesamt bedeutet das also, dass die Risikoabwägung (die jeder Eingriff, und auch die Impfung, immer ist) angesichts dessen, dass das Risko negativer Effekte sehr klein ist und 90jährige grundsätzlich sehr stark gefährdet sind durch SARS-CoV-2, auch in diesem Fall deutlich für die vierte Impfung spricht.

      Zu 2.: genau zu dieser Frage gibt es meines Wissens leider keine direkte Antwort. Grundsätzlich gibt es wenig Daten von der Schwere der Symptome bei Menschen die nichts ins Krankenhaus müssen; eine der wenigen Quellen ist die ZOE app in Großbritannien (siehe bspw. https://www.thelancet.com/journals/laninf/article/PIIS1473-3099(21)00460-6/fulltext oder https://joinzoe.com/learn/omicron-symptoms). Es scheint einfach so zu sein, dass nach Impfung die Symptome durchschnittlich milder sind, aber was das genau für einzelne Symptome bedeutet ist nicht so einfach zu quantifizieren.

  5. (anonymisiert) Says:

    Sehr geehrter Herr Wyler
    Wegen diverser Vorerkrankungen habe ich vor der Impfung eine Blutuntersuchung machen lassen.
    Bis auf den Entzündungswert, den ich immer habe,war alles gut.
    Nach der 2.Biontech-Impfung bekam ich abends üble Bauch-und Beinschmerzen, mit denen ich nach 1 Woche einen Arzt aufsuchte. Da ich bedenken hatte bezüglich der Impfung und eine Blutuntersuchung wollte, wurden meine Schmerzen als hypochondrisch abgetan. Meine Gehstrecke reduzierte sich über Wochen auf 20 Meter mit immer stärkeren Schmerzen.
    Fazit: Bauchaorta und Beckenarterie verschlossen mit Thromben, Notaufnahme, Operation nicht möglich im bestrahlten Beckenbereich.
    Mein Arzt sieht den Zusammenhang mit der Impfung und hat bedenken die 3.Impfung durchzuführen, was aktuell eh nicht geht wegen der Thromben.
    In diversen Artikeln las ich, dass MRNA-Impfstoffe keine Thrombose auslösen, lese aber auch von immer mehr Betroffenen.

    • emanuelwyler Says:

      Gute Besserung erstmal! Grundsätzlich ist es schon so, dass Thrombosen vor allem bei den Adenovirus-Impfstoffen (Oxford/AstraZeneca und Johnson&Johnson) beobachtet wurden, und auch da im Zeitraum von 1-2 Wochen nach der Impfung (siehe bspw. https://www.thelancet.com/journals/lanepe/article/PIIS2666-7762(21)00246-5/fulltext). Das bedeutet aber nicht, dass es unmöglich ist, dass bei Ihnen die Impfung diese Thrombosen ausgelöst hat; vor allem auf Grund der Vorerkrankungen bzw. des höheren Entzündungswertes. Im Hinblick auf die dritte Impfung ist natürlich die Absprache mit dem Arzt entscheidend, und Ferndiagnosen verbieten sich sowieso. Eine Möglichkeit die ich aber mitgeben kann, ist dass der Impfstoff von Novavax in Betracht gezogen wird, ein Protein-Impfstoff mit insgesamt weniger Nebenwirkungen. Dieser Impfstoff wurde im Dezember von der europäischen Arzneimittelbehörde zugelassen, und sollte bald zur Anwendung kommen können.

      • (anonymisiert) Says:

        Ich danke Ihnen für die Antwort und die Idee, des anderen Impfstoffstoffes.
        Da ich überall lese , dass Thromben bei mrna-Impfstoffen ausgeschlossen wurden, ich nie Probleme mit der Gerinnung hatte und dies nun nach der Impfung passierte, sind mein Arzt und ich sehr verunsichert.
        Das behandelnde Krankenhaus sagte, dass die Impfung wohl der Auslöser war , dies aber nicht nachweisbar ist.
        Mein Entzündungswert ist immer erhöht weil ich neben einem künstlichem Darmausgang, einen künstlichen Harnausgang mit Schiene habe.

  6. Alexandra Says:

    Guten Abend Herr Wyler,

    ich las eine interessanten Artikel in der Berliner Zeitung vom 14.10.2021 in dem Sie Folgendes sagten: „Die Frist von sechs Monaten wurde also nicht eingeführt, um Genesene zu piesacken oder Impfungen zu propagieren, sondern entsprach dem damaligen Stand des Wissens – der jetzt angepasst werden kann.“
    Können Sie sich erklären, was die Bundesregierung daran hindert, die Frist zu verlängern? Ich habe bis dato nichts von der Regierung in diese Richtung gehört. Vielen Dank

    • emanuelwyler Says:

      Ich habe tatsächlich auch versucht, herauszufinden wie es darum steht, bin aber nicht weiter gekommen. Ich kann mir vorstellen dass durch den Übergang von alter zu neuer Bundesregierung einige Dinge blockiert sind.
      Unabhängig davon, auch wenn das etwas ärgerlich ist: es spricht nichts dagegen, sich sechs Monate nach einer überstandenen SARS-CoV-2-Infektion impfen zu lassen. Die Kombination aus genesen und geimpft bietet wohl den besten Schutz gegen das Virus, den man überhaupt haben kann (gut möglich auch gegen die neue Variante, siehe dazu auch https://emanuelwyler.wordpress.com/2021/08/18/coronainfo-funfter-teil/#1130).

  7. Sabine Newmarch Says:

    Vielen Dank. Sie haben mir mit ihren Erklärungen und Veröffentlichungen sehr bei meiner änstlich-zögerlichen Entscheidung geholfen.

  8. Anonymous Says:

    Hallo Herr Wyler, darf man als „Nichtwissenschaftlerin“ Fragen zu Covid-19 stellen?
    Viele Grüße


  9. […] betreibe einen Blog auf WordPress, in dem ich nicht nur über meine Forschung schreibe, sondern auch mal politische und […]


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